Eine der seltsamsten Neuerwerbungen des ZDF ist wohl die neue Show
"Planet Cook", eine Kinderkochsendung mit Ralf Zacherl. Mittlerweile habe ich drei Sendungen gesehen, und dass es so viele sind, liegt allein daran, dass ich mich nicht entscheiden kann: Ist das jetzt trashig (=gut) oder einfach nur bescheuert (=bescheuert)?
Die Essenz: Captain Cook, gespielt von Ralf Zacherl, lotst drei hoffnungsvolle "Kadetten" durch die Kochshow, im Hintergrund hüpft die ganze Zeit ein seltsam grüner "Yeti" durchs Bild und bietet den Kids vor der Glotze so eine Art Rahmenhandlung.
Eigentlich eine nette Idee, auf diese Weise Kindern das Kochen näher zu bringen. Ich hatte in den vergangenen Jahren das Gefühl, als ob Eltern keinen Wert mehr darauf legten, ihren Kindern die grundlegensten Fähigkeiten zum eigenständigen Leben mitzugeben. Die Rezepte sind leicht nachzukochen, auf der Internerseite gut verfügbar und sehen, einmal gekocht, auch noch nett und kindgerecht aus.
Man hätte die ganze Sache allerdings ein wenig weniger... amerikanisch gestalten können. Das amerikanische Original passt zur amerikanischen Zielgruppe, aber ich als deutsche Zuschauerin finde das Gehampel mit dem Yeti nicht gerade unterhaltsam. Und ich gebe ganz offen zu, dass ich es großartig finde, am Wochenende früh morgens aufzuwachen und mir Kinderserien im TV anzuschauen!
Eine Szene aus dem amerikanischen Original, inklusive Yeti.
Was ist also schief gelaufen? Irgendwie will Zacherl nicht so recht in die Rolle passen. Er hat zwar ein Händchen für Kinder und erst recht für's Kochen, aber als Karibikkochkapitänkindercoach macht er eine eher traurige, ja verlorene Figur. Die Yeti-Geschichtchen sind nicht im Mindesten unterhaltsam, und mir scheint, es fehlt ganz allgemein der gewisse Touch Selbstironie.
Ralf Zacherl im "richtigen Leben"
Witzige Ideen gibt's trotzdem: Wenn die Kandidatinnen und Kandidaten, Verzeihung: Kadettinnen und Kadetten z.B. an Eier kommen wollen, hauen sie auf das Bild eines Huhnes, und schon kommt ein Ei aus dem Tisch geflogen. Sehr niedlich.
Eine weitere schöne Idee: Langweiligen Küchengeräten werden kurzerhand lustige neue Namen gegeben, z.B. heißt der "Zwiebelhacker" jetzt "Krokozacker". Irgendwie nett.
Fazit: Irgendwie nett, irgendwie amerikanisch, aber Fernbedienung griffbereit halten, und wenn eine der Yeti-Geschichten näher rückt: einfach umschalten. :-)