auf abwegen

Freitag, 25. August 2006

Strandfunde

Immer, wenn ich am Meer bin, muss ich es tun. Immer muss ich am Saum des Wassers entlang gehen, mit gesenktem Blick. Auf der Suche nach Muscheln, Steinen. Bernstein. Dieses Mal sollte es Bernstein sein, und nachdem ich schon lange gesucht und nie etwas gefunden hatte, dachte ich mir ein Mantra aus.
Nach wiederholtem langen Suchen fand ich schließlich heute am Strand etwas, das fast Bernstein war: Ein gelbes Stück Plastik. Genauso leicht wie Bernstein, ebenso gelb, aber nicht so schön. Darum musste es am Strand bleiben.
Kurz darauf, als ich eben aufgehört hatte, mein Mantra innerlich zu wiederholen weil E. mich abgeholt hatte, fand ich doch einen. Einfach so lag er da, direkt vor meinen Füßen, kurz vor den Dünen. Und er ist wunderschön.

Mittwoch, 23. August 2006

Am Ende der Welt

Wer hätte es gedacht: Ans Ende der Welt fahren keine Busse. Also haben wir es gestern per pedes aufgesucht und einen Blick von der Weltenscheibe gewagt. Sah äußerst nass aus, darum sind wir wieder zurückgelaufen.
Abends kamen als Stärkung nach dem immerhin fast vierstündigen Fußmarsch die vorher schnell gesicherten Parasole und Birkenpilze in die Pfanne. Wie erwartet: Absolut lecker!
Heute sind sowohl E. als auch ich leider etwas angeschlagen. Halsweh, Müdigkeit und Kopfschmerzen. Mittlerweile geht es uns wieder besser, ich hoffe, es bleibt so.

Montag, 21. August 2006

Pilze & Pinsel

Gestern nachmittag zogen wir trotz Wind und Wetter los, um nach dänischen Pilzen Ausschau zu halten. Uns war verkündet worden, dass es im nahe gelegenen Wald Pfifferlinge geben würde. Dass wir dem auf den Grund gehen mussten, war klar. Wir wappneten uns mit improvisiertem Sammelkorb (ehemals ein Teil eines Plastikregals), Schirm und Charme, um die Pilze aus ihren Löchern zu locken, und machten uns auf den Weg. Die drei Kilometer zwischen uns und dem Waldrand schreckten uns nicht.
Schon bald fanden wir am Rand einer Ferienhaussiedlung einige Bäume, und darunter: Pfifferlinge. Klein und gelb und frisch. Nachdem wir sie abgeerntet hatten, liefen wir weiter, fanden aber in der folgenden Stunde nichts. Auch dem Wald kamen wir nur langsam näher, was uns nicht gerade aufheiterte.
Als wir aber endlich ankamen, standen wir in einem Meer von Täublingen. Sie schauten mit ihren großen roten Hüten aus dem Moos. Und im Baumbestand daneben entdeckten wir Pilze, die ich aus dem Gedächtnis für Natternstielige Schleimköpfe halten würde - mein auf Verdacht mitgenommenes Pilzbuch gab leider keinen Aufschluss. Im Internet kann ich momentan ja nicht nachschauen, aber ich hole das nach, wenn ich zurück bin. Fotos reiche ich ebenfalls später nach.
Heute haben wir am Strand gemalt und Muscheln gesucht. Die Aquarelle sind gut geworden, denke ich, auch wenn mir das wässrige Arbeiten nicht sonderlich liegt.
Und auf dem Rückweg vom Strand entdeckten wir in der angrenzenden Wiese eine kleine Gruppe großer Schirmlinge. L., falls du das hier liest: Sagt Flück irgendwas zu Verwechslungsmöglichkeiten nordeuropäischer Schirmlinge? Oder eines deiner Nordsee-Bücher? Falls ja, wäre ich für eine Auskunft per Söms sehr dankbar. :-)

Sonntag, 20. August 2006

Aufstehen mit Rehen

Das hatte ich auch noch nicht: Eben haben uns ein paar Rehe beim verlängerten Frühstück zugeschaut. Ein Eichhorn kam auch vorbei, der alte Täubling vor der Terrasse guckte nur dröge. Eigentlich wollten wir jetzt in dem kleinen Wald in der Nähe nach den pilzförmigen Freunden des Täublings sehen, aber Dänemark hat einen verzweifelten Versuch gestartet, uns auszuschwemmen. Bisher erfolglos. Mich motiviert vor allem die Aussicht auf nachgewitterliche Bernsteine. :-D

Freitag, 18. August 2006

Gute Reise!

Das wünschten wir uns. Eine angenehme Fahrt zu unserem kleinen dänischen Ferienhaus. Wir entschieden uns für die Deutsche Bahn. Die Fahrkarten waren zwar so teuer wie Flugtickets, aber da in das Ende der Welt, in dem wir unsere kostbare Ferienzeit verbringen wollten, kein Flugzeug fliegt, war die Bahn eine gute Alternative. Wir reservierten also unsere Karten bei einer netten Dame am Fahrkartenschalter. Da die Fahrt recht lange dauern würde, wählten wir Schlafwagenplätze - pardon, hätten wir gewählt, wenn es noch welche gegeben hätte. Auch die Liegewagen waren schon voll belegt, und so nahmen wir die Ruhesessel. "Mondförmig" seien sie, sagte die Dame am Fahrkartenschalter. Das klingt! Wir freuten uns auf unser Abenteuer mit dem Nachtzug.
Die Vorfreude ist uns mittlerweile leider vergangen. Die Deutsche Bahn hat uns nämlich nicht den versprochenen Wagen mit Ruhesesseln, sondern einen ganz normalen Zug aufs Gleis gestellt. Wie kann ich mir das vorstellen? Fährt ein Praktikant kurz vor Feierabend und schon leicht angesäuselt mit den Wagen spazieren? Oder ist das ein neuer, fragwürdiger Einsparungsversuch?
Wir müssen also die gesamte Fahrt, die ganze Nacht lang, mit vier anderen Leuten in einem kleinen Abteil sitzen, auf unbequemen Sitzen. Eben kam der Schaffner herein und gab E. mit den kontrollierten Fahrkarten einen Gutschein: Zwei mal fünf Euro für den Speisewagen. Das wirkte eher wie ein schlechter Scherz als wie eine Entschuldigung. Nachdem die Gutscheine in E.s Hand waren, fügte der Schaffner hinzu, er gehe jetzt das Buch holen. Zum Schreiben. Für Beschwerden. Als E. verwirrt zurückgab, dass er aber nichts schreiben wolle, platzte dem Schaffner der Kragen und er rauchte kurze Zeit später stinksauer ab. Wir wissen immer noch nicht, was ihn zu dieser Reaktion getrieben hat, aber zumindest mein Interesse hält sich in Grenzen.

Sonntag, 16. Juli 2006

Logbuch der ersten Offizierin der HD198V

Sternzeit 164.32 (geschätzt). Der Captain wird zunehmend unvorhersehbar. Eben ließ er das Schiff "eine Runde um die Boje drehen", wie er es nannte. Dass wir dabei bedenklich ins Schlingern gerieten und ein gutes Stück vom Kurs abkamen, schien ihn nicht weiter zu beunruhigen. Ich frage mich, was in ihm vorgeht; Seit dem Treffen mit dem Botschafter war er nicht mehr der selbe.
Unsere Befehle sind klar: Treffen Sie den Botschafter, haben Sie ein waches Auge auf seinen Attaché und wohnen Sie danach den Verhandlungen auf Kitomer bei. Die Verhandlungen haben bereits begonnen, doch der Captain ist die Ruhe selbst. Auch die streckenweise gravierenden Probleme im Maschinenraum nimmt er gelassen hin.
Ich habe mich mit dem zweiten Offizier unterhalten, auch er findet das Verhalten ungewöhnlich und bedenklich. Ich denke es ist an der Zeit, den Captain vom Dienst zu befreien.

Donnerstag, 29. Juni 2006

Jetzt auch noch von unterwegs

Meine Blog-Sucht hat eine neue Dimension erreicht: Der Online-Gemeinde von überall her Instant-Apostelbriefe schreiben zu können hat einen ganz besonderen Reiz. Ob das "mobloggen", wie es im Slang heißt, der Qualität der Beiträge eher zu- oder abträglich sein wird, wie lange mein Geldbeutel den Spaß verträgt und ob auch ich irgendwann mit gruslen, unscharfen Handybildern ankomme, bleibt abzuwarten.

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