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charla loca

Montag, 7. September 2009

Ver...heizt?

Mir geht's jobmäßig gerade gar nicht gut. Ich bin genervt, gestresst, und gleichzeitig unterfordert. Ich habe das Gefühl, dass sich in dieser meiner Traineezeit niemand darum schert, dass ich wirklich etwas dazulerne, dass ich dagegen nur allzu gern als verhältnismäßig günstige und gleichzeitig hochqualifizierte Arbeitskraft herangezogen werde.

Versteht mich nicht falsch, es ist nicht so, dass ich nicht gerne meine Arbeitskraft einsetze! Ich erwarte aber mehr als "nur" Kohle, denn dafür wäre es nicht genug. Mir wurde bei meiner Einstellung versprochen, ich würde eine Traineephase durchlaufen. Das klang nach dazulernen, Prozesse kennen lernen, neue Arbeitsmethoden. Fakt ist, dass ich mir alles selbst draufschaffen darf, weil die werten Kollegen und Kolleginnen und auch die Chefin allesamt in Projektarbeit eingebunden sind. Und nicht unbedingt zu maßlosen Organisationsorgien tendieren.

Meine Arbeitsaufträge beginnen meist mit: "Du, TQ, hast du grad' was zu tun?", oder wahlweise: "Was machst du eigentlich diese Woche?"

Zur Zeit arbeite ich an einem großen Projekt mit. Leider bin ich nicht relevant genug, um bei Planungstreffen dabei zu sein. Ich erfahre immer erst hinterher, was methodisch wie angegangen wird. Hey, ich hab Psychologie studiert, von Methodik versteh' ich einiges! Ich bekomme dann immer das, was halt übrig bleibt. "Du, TQ, schreib doch mal bitte zusammen, was in diesem und jenem Workshop gesagt wurde." Wenn ich das dann gemcht habe, wundern sich aber alle möglichen Leute, dass sich das ja mit ihren Aufgaben überschneidet... "Ja, also das hab' ich jetzt auch gemacht. Vielleicht sagst du mir einfach, was du da neues rausbekommen hast?"

Meine Chefin reagiert ob meiner Qualifikationen zuweilen auch gern mal verstört: "Was, du kannst Filmschnitt?" - "Wie bitte, du kannst Tiefeninterviews durchführen?" - "Was, semiotische Bildanalysen kannst du auch?" - "Woher kannst du so gut mit PowerPoint und Photoshop umgehen?" - "Wieso kannst du quantitative Analysen?" - Ja Halloooohoooo! Wer hat mich denn warum eingestellt!?
Ich wünschte nur, sie würde es sich mal merken und für zukünftige Aufgaben einplanen.

Letzten Freitag hab' ich vor Wut geheult, weil ich den ganzen Tag gewartet habe, dass sich eine Kollegin - vielbeschäftigt - mit mir zusammen setzt, um endlich Mal meinen erarbeiteten Input in den Bericht zu integrieren. Es stellte sich heraus, dass meine Arbeit von drei Tagen zum großen Teil überflüssig war. Sehr schön, aber leider redundant. Sie hatte das gleiche schon herausgefunden, und sie wollte gern ihre Struktur behalten.
Die ist ja auch besser.
Irgendjemand wird's ihr wohl mal beigebracht haben.

Freitag, 4. September 2009

Dock keine Piratin.

Ich überlege seit ein paar Monaten hin und her, ob ich nicht nur einer, sondern gleich zwei Parteien beitreten soll, nämlich den Grünen und den Piraten. Ersteres weil halt (muss ich das erklären!? Nee, ne?), und zweiteres wegen der Internetzensur, der kompletten ahnungslosen Dümmlichkeit der etablierten, so-called Volksparteien in Fragen von Urheberrecht, moderner Technik und so.

Aber in den nächsten Wochen geht's erstmal nicht um's Beitreten, sondern um's Wählen, denn mit Beitritten tue ich mich schwer.

Und wie immer befrage ich vor jeder Wahn, äh Wahl, den Wahl-o-Maten. Und der zeigte mir ein paar bemerkenswerte Unterschiede zwischen den Wahlprogrammen eben erwähnter Parteien:
  • Die Piraten fordern keine Sprachtests für Kinder im Vorschulalter. Das finde ich aber sehr wichtig, um die Integration da, wo es noch nicht so klappt, besser fördern zu können und Menschen ausländischer Herkunft eine faire Chance auf eine gleichberechtige Zukunft zu geben.
  • Die Piraten stehen neutral zu einer Lockerung des Kündigungsschutzes. Ich bin der Meinung, dass man da Stellung beziehen sollte.
  • Kein Tempolimit für deutsche Autobahnen zu fordern halte ich ich für anachronistisch.
  • Eine Frauenquote für Führungsebenen lehnen die Piraten (die bekanntlich die geringste Frauenquote hat) ab - ich bin der Meinung, dass gesellschaftliche Realitäten aufgrund ihrer Trägheit langsamer verändern, als es gut für sie ist, und dass die Politik da Verantwortlichkeiten hat.
  • Außerdem findet die Piratenpartei, dass eine staatliche Beteiligung an privaten Banken lediglich eine Notlösung sein darf.
Au Backe. Neeneenee, da müsst ihr nochmal 'ne Ehrenrunde drehen, liebe Piraten. Technikaffinität in allen Ehren, aber so geht's sicher nicht in den Bundestag, zumindest nicht mit meiner Stimme.

Donnerstag, 13. August 2009

So not straightforward!

Unsere Praktikantin ist mega krass. Noch mitten im Studium plant sie schon ihre Karriere, nennt sich Workoholic und geht wirklich voll und ganz in ihrer Arbeit auf.

Ich frage mich dann manchmal, ob ich was falsch mache, wenn ich nicht immer so ganz die vollen 100% Hingabe in die Arbeit packe. Weil ich so viele Hobbies habe, die mir so viel Spaß machen, weil ich gerne faul rumflöze und mir zum vierten Mal Deep Space Nine komplett reinziehe. Weil ich lieber nur drei Tage die Woche arbeiten würde, wenn das nicht so mistig für die Karriere wäre. (Und wer will schon ewig Trainee bleiben!?)

Auf der anderen Seite, würde ich mich derartig abhängig machen von meinem Job, ich würde vermutlich innerlich vertrocknen. Wo sollten all meine wirren Ideen herkommen? Und wo sollten sie hingehen?

Naja. Ich wurschtel dann mal weiter.

Donnerstag, 6. August 2009

Ein normales Maß an Wahnsinn

Derzeit bin ich irgendwo zwischen Realität und Kopfkino. Keine Ahnung, wie ich da hingekommen bin.

Auf jeden Fall holt mich meine Angst davor, von meinen besten Freunden im Stich gelassen zu werden, wieder Mal ein. Wie schon im letzten Beitrag angedeutet, fühle ich mich gerade irgendwie zurückgewiesen, auf die Ersatzbank gesetzt, und reagiere mit Trotz, Abschottung und imaginärem Grimassenschneiden.

Die zitierte Szene in der Schule ist symptomatisch für etwas, was seit meiner Kindheit immer wieder auftaucht: Menschen, von denen ich dachte, sie stünden mir sehr, sehr nahe, benutzen mich nur noch, reden hinter meinem Rücken schlecht über mich. Dass mich das mehr mitnahm und auch heute noch mehr mitnimmt als andere, liegt vermutlich daran, dass meine Familie keine deutschen Wurzeln hat und mich auf bestimmte soziale Situationen hier nicht angemessen vorbereiten konnte.

Kann man darauf vorbereitet werden, dass bei einem Treffen die ehemals beste Freundin zu einer anderen sagt: "Haha, guck mal, die ist immer noch so leicht zu verarschen"?
Das ist einer der wunden Punkte, die noch nach Jahren weh tun, wenn sie berührt werden.

Seit den geschilderten Vorkommnissen - und einigen anderen, die ich nicht weiter ausbreiten will - bin ich mehr und mehr misstrauisch geworden. Einige würden viellecht schon sagen: Paranoid. Keine Ahnung.

Ob das noch normal ist? Keine Ahnung.

Aber anstrengend ist es allemal.

Schmerzhafte Erkenntnisse

Hallo, mein Name ist TQ, und ich bin gerade in ein großes, zynisches Loch gefallen.

Wie das kommt? Nun, das hat einen überhaupt nicht einfachen Grund: Ich mag meine Freunde und Freundinnen. Klingt komisch? Gar nicht wie ein Grund, in ein großes, zynisches Loch zu fallen?

Ja, nun. Doch, denn wenn ich nun noch ergänze, dass einige der Freunde und Freundinnen mich offenbar nicht mehr als solche betrachten - oder zumindest nicht mehr als "gute Freundin", dann muss ich doch mal ganz erheblich eine Augenbraue hochziehen und so tun, als ob mich das nicht kratzen würde. Scheinbar ist einigen Menschen, die mir wichtig sind, diese Tatsache vollkommen egal, ich bin ihnen egal. Und das muss - logisch - mir egal sein.

Ist es aber nicht.

Ich fühle mich gerade ebenso verraten wie seinerzeit in der Schule, als ich von einer Freundin erfuhr, eine andere Freundin wäre gerade "nicht gut auf mich zu sprechen". Ob ich das denn nicht mitbekommen hätte. Nein, hatte ich nicht. Ich hätte mir damals wie heute gewünscht, dass Differenzen angesprochen, nicht ausgeschwiegen und in irgendwelchen obskuren, mir nur minderverständlichen Verhaltenscodes übermittelt werden.

So aber sitze ich hier und weiß nicht, was ich mit meinen gekränkten Racheplänen tun soll: Das sind doch deine Freunde! Weiß nicht, wie ich mich verhalten soll. Und bin alles in allem mächtig angepisst.

Montag, 29. Juni 2009

Ich will aber gar keine Steuersenkungen!

Wieso denn? Steuern sind für mich in gewisser Weise Solidaritätsbekundungen. Vielleicht verdiene ich noch nicht genug, um unter der - uuuh! - Steuerlast zu ächzen, vielleicht sehe ich das auch zu verklärt. Aber mir wäre es lieber, wenn die Regierung ordentlich regieren würde, weniger Mist bauen würde - man entschuldige mir meine politisch komplett unkorrekte Meinungsäußerung an dieser Stelle. Ich wäre dafür, die Staatsschulden möglichst bald möglichst weit zu senken. Ja hallo, es gibt sowas wie Zinsen und Zinseszinsen! Muss ich das jetzt echt noch sagen?

Und es gibt doch so viele Ecken und Enden, die so viel Wichtiges für die nahe und fernere Zukunft tun könnten, gäbe es mehr Geld! Ich sehe überall nur Baustellen! Schulen, Universitäten, Krankenhäuser! Kindertagesstätten, Umweltschutz, Sozialprogramme! Um nur die Bereiche zu nennen, die mir jetzt ganz spontan einfallen.

Nein, liebe Union, mit euren peinlichen Steuergeschenksversprechungen bekommt ihr meine Stimme nicht. Ich weiß nicht, ob überhaupt noch jemand darauf anspringt. Und wenn, dann frage ich mich, in welchem sozio-geographischen Teil Deutschlands diese Menschen wohl leben...
Nein, da hättet ihr euch in den vergangenen Jahren ein bisschen mehr anstrengen müssen.

Jetzt Mal ehrlich: Fühlt sich hier irgendwer von den Steuersenkungs-Versprechen angemacht? Will das hier jemand? Sieht jemand einen Sinn darin?

Freitag, 19. Juni 2009

Da hätte ich noch was für den Herrn Strobl:

Man kann mir ja einiges vorwerfen, unter anderem schlechten Musikgeschmack. Daher:

Mittwoch, 25. Februar 2009

6 Wochen

Fasten? Bis Ostern? Das sind sechs ganze Wochen Verzicht.

Wieso eigentlich nicht? In unserer Überflussgesellschaft haben wir (theoretisch) jederzeit Zugang zu allem. Meiner Meinung nach beraubt uns das um einige elementare Freuden.

Ich überlege schon eine ganze Weile hin und her, was ich in den kommenden sechs Wochen weglassen soll. Gesünder sollte mein Leben in der Fastenzeit werden. Klimaverträglicher.

Fleisch wollte ich nicht fasten und Kaffee auch nicht, der Verzicht kam mir zu groß vor. Süßigkeiten esse ich fast keine, die zu fasten wäre sinnlos. Ich rauche nicht und trinke nicht, also auch keine geeigneten Kandidaten.

Ja, Moment mal! Wie, der Verzicht ist zu groß? Darum geht's doch! Aber zwei Dinge auf ein Mal zu fasten, in meiner ersten Fastenzeit, ist doch ein wenig viel.
Also habe ich mich nach längerem Überlegen für Fleisch entschieden. Sechs Wochen vegetarisch. Und öfters mal ein Abendessen weglassen, damit es sich auch lohnt.

Raine und Niwi fasten übrigens auch.

Montag, 9. Februar 2009

Warnung: Strukturelle Integrität bei 12%

Findet eigentlich noch jemand außer mir, dass meine Beiträge in letzter Zeit ein wenig an Konsistenz einbüßen?

Ich hoffe, dass das eine Art Kompensation für meinen momentanen Job ist. Ich gebe zu, es irritiert mich selbst ein wenig. Aber wenn ich den ganzen Tag nur hochsinnvolle (*hüstelhüstel*) Analysen und Berichte schreibe, scheine ich davon in meiner Freizeit eher Abstand zu brauchen.

Alternative, aber nicht präferierte Erklärung: Ich baue geistig rapide ab, und meine Fähigkeit des kohärenten Denkens ist am stärksten betroffen.

Dritte Möglichkeit, ebenfalls nicht als Erklärungsansatz bevorzugt: Meine Beiträge waren in Wirklichkeit schon immer unzusammenhängend, sinnfrei und verschroben, nur merke ich es jetzt.

Also, wie auch immer die Erklärung ist, ich nehme an, der Zustand wird noch eine Weile anhalten, bis sich auf die eine oder andere Art Besserung einstellt. Ich hoffe, dass es wenigstens unterhaltsam zu lesen ist.

Freitag, 6. Februar 2009

Wieso bin ich eigentlich noch wach?

Ahhh... Kaffee nach 17.30 Uhr.
Macht wach, aber auch irgendwie nicht schlauer.

Wieso gibt's dagegen eigentlich kein Gesetz? Also, gegen das Kaffeetrinken. Gegen Doofheit hilft nix, auch kein Gesetz.
Aber ein Gesetz, dass ganz im Speziellen mir den Konsum von Kaffee nach halb sechs verbietet, das wäre mal ein sinnvolles. So zur Abwechslung.

Und morgen take ich off nach Swerije, immerhin für eine halbe Hand voll Tage. Das ist sehr nett.

Im Gegensatz zu der Musik, die um diese Zeit so im Musik-TV läuft.

Rede ich inkohärent? Gelockerte Assoziationen?
Keine Sorge, ist alles reaktiv. Ich geh' ja schon ins Bett.

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